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ManageMENTalität

Der Management-BLOG von Sven Lüngen

Impulse für wirksame Denk- und Handlungsmuster von Führungskräften

Personeller Organisationsüberlastungstag

Autor: │ Beitrag erstellt: 30.05.2018 │ Thema: Allgemein, Better World

Personeller Organisationsüberlastungstag

Systeme sind rekursiv. Ein System ist immer in ein anderes eingebettet und gleichzeitig besteht es aus mehreren Teilsystemen. Von dieser Überlegung ausgehend lässt sich der deutsche Erdüberlastungstag gedanklich auch auf die Ebene einzelner Organisationen herunterbrechen.

Die Idee des Erdüberlastungstages ist es, Menschen für einen nachhaltigen und generationsgerechten Ressourceneinsatz zu sensibilisieren. Er zeigt auf, ab welchem Tag im Jahr die Ressourcen der Erde verbraucht sind, die eigentlich pro Jahr zur Verfügung stünden. Am 2. Mai 2018 sind diese Mittel für Deutschland verbraucht. Wenn alle Menschen dieser Welt so leben würden, wie wir, bräuchten wir also knapp drei Erden, um unserem Ressourcenhunger gerecht werden zu können.
In Organisationen schauen Analysten und TOP-Management auf wirtschaftliche Ergebnisgrößen wie z.Bsp.: EBIT (Earnings for intrest and taxes – Ergebnis vor Ausschüttung und Steuern), Deckungsbeitrag oder Gewinn. Was hierbei oft aus dem Blick gerät, ist die Frage, ob für diese Ergebnisse „über die eigenen Verhältnisse“ gewirtschaftet wurde. So kann ein Unternehmen positive Ergebniszahlen vorlegen und gleichzeitig von der Substanz leben. Das Ergebnis wird vielleicht sogar erst dadurch möglich, dass nicht ausreichend in Erhaltung von Anlagen und Gebäuden investiert wird oder die Gestaltung und Sicherung der Zukunft nicht ausreichend betrieben wird.

zu viel

Auch die gezielte „Ausnutzung“ der personellen Ressourcen ist in manchem Unternehmen eine zentrale Stellgröße, um die wirtschaftlichen Vorgaben erreichen zu können. Da werden Überstunden erwartet, Urlaub gekürzt und eine ständige Erreichbarkeit von Mitarbeitern ist Standard. Gemessen an den arbeitsvertraglichen Verpflichtungen und dem dort geregelten Gehalt scheint für uns in einigen Fällen die Balance verloren zu gehen. Kritisch wird dies aus unserer Sicht, wenn dies Methode hat und die personellen Ressourcen nicht nur bestmöglich genutzt, sondern Menschen gezielt ausgenutzt werden. Um sichtbar zu machen, in welchen Unternehmen solide gewirtschaftet und mit Menschen fair und angemessen umgegangen wird, schlagen wir den Ausweis des „personellen Organisationsüberlastungstages“ vor. So wäre bei der Suche nach einem neuen Arbeitgeber es doch ein gutes Zeichen, wenn eine Organisation erst am Ende eines Jahres die tatsächlich und nachhaltig zur Verfügung stehenden Personalressourcen verbraucht hat. Wenn dagegen bei Berücksichtigung von Überstunden, flexiblen Arbeiten am Abend und am Wochenende (weil man ständig erreichbar ist) oder nicht genommenen Urlaubstagen bereits im August die personellen Ressourcen verbraucht sind, können Bewerber den Druck in dem Unternehmen vielleicht ganz gut einschätzen. Sie können Sie auf Mehrarbeit einstellen und diesen Aspekt im Zusammenhang mit Fragen der Attraktivität der Aufgabe, der Bezahlung, der Kultur und anderen Entscheidungskriterien für sich bewerten. In Zeiten des wachsenden Wettbewerbes um Fach- und Führungskräfte und immer neuen Marketingideen, könnte dieser Tag einen wirklich wichtigen Mehrwert bieten. Nicht „Employer branding“ , sondern eine ehrliche Darstellung, was Menschen in Organisationen erwarten dürfen, könnte mit dem Tag der personellen Organisationsüberlastung unterstützt werden. Hätten Sie den Mut diesen Tag auszuweisen? Und haben Sie eine Ahnung, wann Ihre personellen Ressourcen in Ihrem Unternehmen bereits verbraucht wären?

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